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Die Entwicklung der territorialen Herrschaften und die Entstehung komplexer Verwaltungsapparate im spätmittelalterlichen Westen führten zu neuen Dynamiken in der Machtausübung der Herrscher über ihre Untertanen. Insbesondere durch die Erteilung von Gnaden entstand eine bidirektionale Beziehung zwischen ihnen. In den Bitten der Untertanen und in den Antworten der Machthaber wird eine besondere Form der Machtausübung evident, die als "Regierung aus Gnade" bezeichnet werden kann. Anhand der Gesuche, die an lokale oder universale (weltliche und kirchliche) Autoritäten gerichtet wurden, lassen sich schliesslich die diplomatischen, rituellen und ideologischen Grundlagen der Macht beleuchten. Wie waren Herrschaftssysteme aufgebaut, wie funktionierten sie und welche Rollen hatten die verschiedenen Akteure? Das Seminar nähert sich dem Thema anhand von Literaturdiskussionen und Fallstudien.